zurück

weiter
 

VII.
Daß d' Zeit vergeht 2

 

Der Dampf
's Schweinerne
Der frumme Gedanken
Der alte Bua
's Kinderglück
Da Muata ihr Briaf
Der Unfried'
Der alte Bam
Dö Vogelbeer
Der Gedenktag
Der Fichtenwald
'n Peterbauern sei Red'
's kloan' Wasserl
D' Armuat
Der Schutzgeist
D' neuche Köchin
Dö Großmuata kummt
D' Hoamkehr
A kloana Wunsch

 

Der Dampf

"Möcht' do amal wissen,"
Fragt der Mich'l vo Boig'n,
"Wer d' Bahnwag'n so treibt,
Daß wia d' Pfitschipfeil floig'n!"

"Na," sagt eahm der Lehrer,
Der allerhand woaß,
"Der Dampf thuat's, der treibt s' halt,"
Dös is eahm a G'spoaß.

"So, so, is nöt z'wider,
A Dampf is nöt dumm,
Dö Wag'nrad'ln treibt er,
Und mi wirft er um!"

's Schweinerne

Recht giaßen thuat's, all's laar'n s' heunt aus,
Was s' hab'n von Wasser droben,
Z'erst hat's an fein'n Reg'n abag'schütt't,
Auf d' Letzt, da regn't's an groben.

Der Moses Kran, der grad hausiert,
Mei, wird der naß heunt tüchti,
Es rinnt eahm ob'n und unt' scho aus,
Nix halt't mehr weita richti.

Da is a Haus, iatzt g'schwind, nur g'schwind,
Tür reißt er auf, is drinnat,
Und bitt't halt schön und bettelt recht,
Ob er nöt trückern künnat.

Na ja, hoaßt's, und er trückert a,
Kimmt hübsch scho d' Zeit zun Ess'n:
"Heunt geht's dir schlecht, a Schweiner's gibt's,
Da wirst halt fasten müss'n."

Der Moses kratzt si: "Is ein Mensch
In Regen so geraten,
Und so getauft, wie ich bin heut',
Da — schad't ka Schweinebraten."

Der frumme Gedanken

"Siah," moant der Pfarra, "d' Frömmigkeit
Tuat scho in 'n Leut'n stecken,
Nur schlaft s' halt drin, 's unser' Sach',
'n Pfarrern, daß wir s' wecken."

Da geht er grad amal mit 'n Hans
Auf's Feld, steht alles prächti,
Aus alle Halm' a Menge Arb'n
Und Körndln drin großmächti.

Der Hans, der schaut s' voll Freuden an,
Er greift voll Freuden drunter,
Jatzt mach' eahm, moant der Pfarra, do
Gedanken, frumme, munter.

"Gelt, wann's d' dir's anschaust, wia's Gott macht
Und herricht't 's Troad 'n Leut'n,
Denkst da auf nix?" — "Herr Pfarra wohl,
Da denk i — toan wir's schneiden."

Der alte Bua

Heunt is der Tag, 's is alles g'richt't,
D' Leut' wart'n seit der Fruah.
A Hozat gibt's, sie schön jung,
Und er — a alter Bua.

Sei Herz, daß so lang stillg'schwieg'n hat,
Jatzt is's halt redat wor'n,
Sei Kopf, der so lang g'halten hat,
Jatzt hat er 'n halt valor'n.

Dö Alten woll'n's und 's Dirndl sagt
Nöt so uns sagt nöt so,
Er muaß ihr junger Eh'mann wer'n,
Wo find't's an'n bessern, wo?

Da steht er iatzt in neuchen G'wand,
Kost't eh an Sumper Geld,
Da steht er, schaut in 'n Spiagl hin,
Ob wo auf d' Letzt was fehlt.

Er find't nix. "Spiagel," sagt er, "gelt,
Nix fehlt, schaust nu so g'nau!"
Der Spiagel aber wispelt fein:
"I zoag dir do was, schau!

Wann's d' deine Falteln anschau'n tast,
Um d' Aug'n dö Ring' so g'wiß!
Wann's d' dein Gebiß a wen'g betracht'st,
Was da all's lukat is!

Und wann's d' am Haarbod'n aufisteigst,
Greift si hübsch schütter, vorn,
Was hinten darauf is, schau nur her
Is's nöt scho staubi wor'n?! —

Dei G'wand is schö, a Moasterstuck
Von Schneider seiner Kunst,
Bein G'wand fehlt a ka Brösel nöt,
Mei Liaba —aber sunst!!"

Der alte Bua, der draht si um,
Er hat scho gnua daweil,
Auf's Bankel sitzt er hin in 'n Hof,
Da denkt er si sein'n Teil!

Er kratzt si seine etla' Haar,
Seufzt auf a paarmal tiaf,
Bald drauf kimmt zu der Braut statt eahm
A schöner Abschiedsbrief.

Er schenkt ihr hübsch was; dös hat s' tröst't,
Er aber gibt a Ruah. —
In'n Spiagel schaut er öftersmals
Und bleibt — der alte Bua.

's Kinderglück

Schaut's an's Kind, wia's dös Kloanste g'freut,
Dös Schwarste a nöt druckt,
Schaut's an 's Kind, wia der Himmel frei
Aus seine Augerl'n guckt.

's hat a sein' Grund. Zu so an Kloan'n
Traut si koa Sorg'n nu hin,
Es hat in sein'n kloan'n Herz'n nu
A Stückerl Himmel drin.

Es woaß no nix, es kennt no nix,
Hat nu koa Angst, koa Scheuch,
Laßt Gott und d' Muata sorg'n und lebt,
Und 's andre is eahm gleich.

Wia guat's es hat, begreift's nu nöt,
Dös is so eing'richt't schon,
Und wia's es inna wird amal —
Ziagt 's Kinderglück davon.

Da Muata ihr Briaf

Der Bua hat müassen furt in d' Stadt,
Sei Kopf is soviel g'scheit.
Da muaß er lerna, was er kann,
Muaß außi unter d' Leut'.

So is er drin, iatzt hat er g'schrieb'n
Zwoa Briaf' schon und halt lang,
Auf d' Letzt steht: Muata, schreib'n S' mir a,
Sunst wurd' mir eppa bang.

Ja schreib'n! Dös freili is leicht g'sagt,
Wann's oaner amal kann,
Wer aber 's Leb'n nöt schreib'n hat mög'n,
Der stellt si saudumm an.

So geht's der Muata mei Gott a,
Sie find't koan Anfang frei,
Tunkt fleißi ein ins Tintenfaß
Und bringt nix z'samm', wia Säu.

Da wirft s' ihr Stag'lfedern weg,
Reißt 's Kart'l ausanand.
I woaß scho, was i tua; i mach'
An Briaf nach mein'n Verstand.

Dös kann s'; i woaß a, daß ihr Suhn
A Freud' nit 'n Briaf hab'n wird;
Denn wißt's — er war aus Germtoag g'macht,
Mit Weinberln lenirt.

Der Unfried'

Wia moant's denn, schaut der Unfried aus?
Gel' schiach und alt als wia,
A bissig's G'sicht, a stechat's G'schau,
An'n Lacha tat er nia!

I sag' eng was, i woaß a Haus
Geg'n's Tannawaldl zua,
Zwoa Leut' san drin und d' Liab bei eahn,
Und dös is eahna gnua.

Da san s' amal beinanda g'west,
Es klopft, sö sag'n: "Herein."
Dö Tür geht auf, es rauscht a G'wand,
Still tritt der Unfried' ein.

Glei z'erst, da kennt n' a grad nu koan's,
All' zwoa zoag'n recht a Freud',
Es hat si aber umg'wend't 's Blatt,
Braucht gar koa lange Zeit.

Der Mann war g'wiß wia 's Gold so treu!
Hm! Er is waklat g'macht.
Dö Bäu'rin, all'weil lusti war s',
Jatzt woant s' frei Tag und Nacht.

Seit daß der Unfried' einzog'n is,
Wird nix wia Unglück g'stift't,
Der Frieden geht, dö Liab ziagt aus,
In Haus bleibt Gall' und Gift.

Wia moant's denn, schaut der Unfried' aus?
I sag eng's: frei wia 's Leb'n.
Was oans nur braucht, daß 's recht schön is,
Dös is eahm häufti geb'n.

Daß er recht schiach und alt sein muaß,
Dös is nöt all'weil g'wiß,
D' schön' Reserl is der Unfried' wor'n,
Grad, weil s' so sauber is.

Der alte Bam

Is 's Fruahjahr nur kema,
Glei am ersten voran
Is der Kerschenbam g'west,
Hat eahn's zoagt, wia er's kann.

Is er g'stand'n geg'n Pfingsten
Mit dö schneeweiß'n Blüah,
Hat an'n iada a Freud' g'habt,
Hab'n s' eahm schön tan als wia.

Und erst seine Kerschen,
Wia Stoana so fest,
Und do wieder safti, —
Dös is a Bam g'west!

A so hat er's fortg'macht
A ewige Zeit,
Hat d' Hausleut' vo jung an
Bis s' alt wor'n san, g'freut.

Und tragt halt, bis oanmal
Do a kimmt sei Tag,
Wo's auslaßt sei Kraft iatzt,
Wo er nimmer mehr mag.

Jatzt hofft er und hofft er:
Er hätt's nu recht schön,
D' Leut' sagaten: "Brav warst!"
Und lassaten' 'n steh'n'.

Ja hoff nur, es nutzt nix,
Du bist eahn in Weg,
Sö kemman mit 'n Hackel,
Wirst umg'haut am Fleck.

In'n Ofa muaßt eini,
Sö toan di nöt frag'n,
Rauch außi bein Rauchfang,
Da kannst du s' verklag'n.

Dö Vogelbeer

Der liabe Gott ruaft d' Vogerln her:
"Schaut's her, i hab' was g'macht,
Schön' rote Beer, dö san eng g'schenkt,
Dö glanzen, 's is a Pracht."

'n Vogerln schmeckt's, hab'n eh scho lang
Auf so was B'sunder's paßt,
Da kimmt a Bauer, kost'ts spuckt's aus:
"Pfui Teufel, giftig's G'frast!"

Zun liab'n Gott fliag'n d' Vogerln g'schwind,
Dort klopfen s'; 's hoaßt: "Herein!"
"Was machst uns denn," klag'n s', "neuche Beer'n,
Wann's nacha gifti sein."

"O Tschapperln," sagt er, "seid's schön stad,
Eng toan s' nix, eßt s' ös keck.
Für d' Leut', da müassen' s' gifti sein —
Sunst fressen' s' eng s' ja weg."

Der Gedenktag

Was hat er denn, der alte Seppl,
Legt 's Sunntag'wand am Freita an,
In d' Kircha geht er und in's Wirtshaus. —
Er muaß was B'sunder's hab'n, der Mann.

Sein Tag is nöt, der is scho lang g'west,
Er hat nix g'wunna, nix verkaft,
Was macht er si denn für an'n Feita,
Daß er so müassi umastraft!

Na wart's a wen'g, beim G'moanwirt drunten,
Wo s' eam hin nachgeh'n, seine Gspan,
Sperrt eahm's der Wein scho auf, sei Redhaus,
Da fangt er iatzt zun beichten an:

" 's hab'n alle Leut', wißt's, so Gedenktäg,
Wo s' grad a wengel anders sein,
Und secht's, so arm als 's is, mei Leb'n sunst,
Heunt hab' halt i amal den mein'n.

Heunt kunnt' wir d' silbern' Hozat halten,
I und mei Margareth,
Wann s' heunt vor funfazwanzig Jahren
Statt mir — 'n Hans nöt g'numma hätt'."

Der Fichtenwald

Von Fichtenwald waht's so schön lind,
Kumm, Crescenz, kumm, du arm's blaß's Kind,
Bist krank, gel in der Brust herunt,
In'n Fichtenwald wirst wieder g'sund.

Es steckt in jeder Fichten drin
A guate, guate Medicin,
Dö hilft dir g'wiß und wahr, gib acht,
Der liabe Gott hat s' selber g'macht.

Hauch s' ein, sie find't dein'n kranken Fleck,
Dein ganz's Leiden tragt s' dir sicher weg,
Und d' G'sundheit bringt s' dir hin dafür,
Daß d' wieder frisch bist grad wia früah'r.

So rauscht's und wispelt's fein und lind,
Dö Crescenz glaubt's, das arme Kind,
's führt s' d' Hoffnung hin zun Fichtenwald, —
Gib's Gott, daß er sei Wort ihr halt't.

'n Peterbauern sei Red'

"In Ausschuß bist," sagt d' Peterbäu'rin,
"Hörst Mann, und bist zun Reden z' fail,
Dös gift mi; d' Red'n, dö halten d' andern,
Und du halt'st allaweil dei Mail.

Heunt wa' d' recht' Zeit, heunt streiten s', moan i,
Weg'n oaner neuch'n Glocken recht,
Heunt halt'st dei Red' und sagst eahn's eini,
Woaßt eh, daß i gern oane möcht'."

Der Peterbauer hat's versprocha:
"I halt' mei Red', kannst hör'n davon."
"No schreibst nix auf?" — "Na, kunnt' mir einfall'n,
Was i heunt red'n will, woaß i schon."

Hin geht er, sitzen scho beinanda
In Gmoanhaus, und 's geht a glei an:
Ob's nöti is dö neuche Glocken
Und ob ma s' denn a zahl'n do kann.

No nöti war's, das moanen alle,
Dö alte hat scho Sprüng grad gnua,
Wia wird's denn aber mit 'n Geld wer'n,
Wo nehman wir all's her dazua? —

Da red'n s' iatzt um, von z' Leich'n nehma,
Verpfänd'n und von Sammelngeh'n,
Taugt eahna nöt, wird üb'rall na g'sagt,
Es will si neamt zu nix versteh'n.

Hab'n alle g'red't drei g'schlag'ne Stunden
Bis auf'n Peterbauern durt,
Der sitzt und pfeift a wen'g und trummelt,
Und schaut in d' Luft und los't so furt.

Wia s' aber ferti san, steht er auf,
A Packel Fufz'ger legt er her:
"Da habt's!" Dös is sei lange Red' g'west. —
Sei Wei verlangt si koani mehr.

's kloan' Wasserl

In Dörfel drin 's kloan' Wasserl
Rinnt eh so liab und rein,
San do nöt z'frieden d' Bauern,
Es sollt' halt größer sein.

Und all'weil toan sö's spotten,
Toan's schimpfa in oan furt,
Daß 's Wasserl grad oan'n Wunsch hat:
Wann i nur größer wurd'!

Da kimmt amal a Wetta,
Es regn't's grad eemerweis,
Und 's kloane stille Wasserl
Kimmt völli aus 'n G'leis.

Es hat koan Platz in 'n Bett mehr,
Steigt außi über'n Roan,
Wirft Zäun' um oan'n nach 'n andern,
Kei't d' Mauern um und d' Stoan.

An Lärm macht's an unsinnig'n,
Wia 's größte Wasser bald.
"Heunt wir' eng do nöt z' kloan sein,
Gel ja, heunt kann i's halt."

Hm! Jatzt wer'n s' losat, d' Bauern,
Was s's Wasserl g'schimpft hab'n schon.
Und is eahn z'wenig g'west, z'niader,
Jatzt san s' curirt davon.

"Wir hab'n's iatzt g'seg'n," sag'n, s' "wia wir
Mit'n großen Wasser toan!
Für Bau'r und Wasser paßt's nur:
Sö geb'n s' all zwoa hübsch kloan."

D' Armuat

D' Leut' san recht übermüati wor'n,
Hab'n trunka nur und g'essen,
Auf Lustbarkeiten hab'n s' nur denkt,
Auf 'n liaben Gott vergessen.

Der schaut halt aba: "Lebt's nur furt,
Tuat's enga Geld verputzen
Und nix verdeana, wart's a wen'g,
I wir' eng d' Flügel stutzen."

Von Winkerl ruaft er d' Armuat her.
"Di hab'n s' nu nöt empfunden,
Geh' abi g'schwind iatzt unter d' Leut',
Zoag' eahn's a wengerl drunten."

Sie küßt eahm d' Hand und roas't halt furt,
Geht d' Dörfeln a und d' Stadt'ln,
Und wo s' nur hinkimmt mit an Tritt,
Hört 's G'flügel auf und d' Brat'ln.

Da hoaßt's: "Jatzt iß a trucka's Brot,
Willst trinka, geh' zu 'n Bründl,
Möcht'st schlafa, leg' di schön auf's Stroh,
Habt's zwoa gnua mit oan'n Bünd'l."

Da lernen s' Jesum Christum, d' Leut',
Von alle Seiten kenna,
Dö Maner kratzen si am Kopf,
Und d' Weiber lernen flenna.

"Was macht ma nur, daß 's anders wird?
Ja, bleibt halt do nix über,
Es hoaßt verdean'n; a harte Sach',
Na, 's muaß sein, geh'n wir drüber."

Der oan' nimmt 's Hackel iatzt in d' Hand,
Der andere sein'n Krampen
Und Werkzeug sunst. So werkan s' halt
Statt liag'n und umaschlampen.

Sö plag'n si recht, moan'n, 's wa' scho g'richt'.
Bums, saust a Wetta nieder,
Haut alles z'samm'. Jatzt stengan' s' da:
Und arm san s' alle wieder. —

Jatzt keman s' drauf; recht beten toan s',
Dahoam und auf der Gassen,
Der liabe Gott soll auf der Welt
Dö Armuat nimmer lassen.

Der aber macht eahn's leichter wohl,
Laßt s' wieder zu was kema,
Ganz aber tuat er d' Armuat nia
Je von der Welt mehr nehma.

Sie bleibt all'weil d' Lehrmoasterin
Und lernt eahn drunt in 'n Nöten
Das Beste, was der Mensch da braucht,
Z'erst d' Arbat, nacher — beten.

Der Schutzgeist

Zun Himmel kimmt der Schutzgeist g'flog'n:
"Heunt bild' i mir was ein,
Bin i nöt, is a Kind verlor'n,
Vergold't's mir g'schwind mein'n Schein."

"Was hat's denn geb'n?" frag'n s' umadum.
"Na, wißt's — a Kind, schön kraust,
Fahrt froh daher, steht auf in 'n Wag'n,
Auf oans, zwoa, drei liagt's draußt.

I glei dazua, sunst wa' dös Kind
Grad unter'n Radeln g'leg'n,
Durch mei Hilf' hab' i 's donitaucht,
G'schreckt war's, sunst is nix g'scheg'n."

Da lob'n s' 'n alle: "Dös war brav,
Da is a Prämium drauf.
Wann oaner so an'n Kindl hilft,
Dös tragt was, pass' nur auf."

Der Schutzgeist g'freut si a scho recht,
Dazählt's 'n Herrgott g'schwind,
Und wart't halt auf sein' Lohn, weil er
So g'schützt hat 's kloane Kind.

Der liabe Gott, der hört 'n an,
Ziagt d' Aug'n z'samm', schaut a wen'g:
"Glaubst richti, daß d' an'n Lohn vadeanst,
A b'sunder's, reich's, groß's G'schenk?

Du hast 's Kind b'schützt, wia's draußt g'leg'n is,
Geh, muaßt di nöt z' stark prah'ln.
Hätt'st eher ord'ntli Obacht geb'n, —
Wa's gar nöt außa g'fall'n."

D' neuche Köchin

Zuag'schaut hat s' oft, wia ma s' Rindfleisch g'scheid't zuasetzt,
Wia ma Salat putzt und Erdäpfeln schabt,
Und a wen'g Knödeln und Nockerln hat s' künna,
Sunst hab'n s' bei ihr drausten weiters nix g'habt.

Also auf dös hin hat s' d' Schneid', geht als Köchin;
Z'erst jauken s' d' Herrschaften eh üb'rall aus,
Aber's Glück will, daß s' a seel'nguate Frau find't,
Schau, und dö g'halt't' s'; eppa bringt s' nu 'was draus.

No, und sie red't, und sie zoagt ihr a Menge,
Laßt s' was verpatzen, daß s' lernt in der Art,
Ja, und a so kimmt mei Landtrampel weiter,
Tuat sie auf d' Letzt mit koan'n Gugl'hupf mehr hart.

Aber dafür, weil ihr d' Frau so viel g'lernt hat,
Hat s' ihr mit Nächsten a wunderschön dankt; —
Weil s' alles kann iatzt von Nudeltoag auffi, —
Hat s' — g'schwind um Fünf Gulden Lohn mehr verlangt.

Dö Großmuata kummt

Dö Fenster, dö glanzen,
Dö Böd'n san scho g'rieb'n
Und d' Wänd' alle kehrt,
Koan Stäuberl is blieb'n.
Am Tisch steht der Buschen,
Liegt 's Tischtuach rotblumt,
Denn heunt is a Feita,
Dö Groaßmuata kummt.

Jatzt, Kinder, seid's brav nur,
Gebt's Obacht auf's G'wand,
Hans, schau' auf d' kloan' Tonerl,
Führ' s' schön bei der Hand;
Fall'n derf' s' nöt; nöt ausschau'n,
Als hätt' ma s' grad dumt,
Denn heunt is a Feita,
Dö Groaßmuata kummt.

Der Bauer möcht' schelten,
Er hat's unterdruckt,
Dö Bäu'rin möcht' greina,
Sie hat ihr'n Gift g'schluckt.
Nix! Heunt wird nöt g'stritt'n,
Nöt g'wartelt, nöt brummt,
Denn heunt is a Feita,
Dö Groaßmuata kummt.

Der Knecht sagt's 'n Rossen,
Dö Dirn sagt's der Kuah,
Dö Hendeln in Hof draußt
Und d' Schwalb'n losen zua,
Dö Spatzen tragen's weita;
Da singt all's und summt,
Denn heunt is a Feita,
Dö Groaßmuata kummt.

D' Hoamkehr

Is oaner furt g'west unter 'n Leuten
Und geht a wen'g a Zeit dahin,
So kimmt a Stund', da wird auf oanmal
A Stimm' in Herz'n redat drin.

Ganz in der Still' fangt s' an zun wispeln:
"Und wann i allas a dakenn,
Wia schön sö's haben, d' Leut' in der Fremd' da,
I wünsch' mir's do: Hörst, hoam sollst geh'n."

Da packt ma's z'samm g'schwind dö sieb'n Zwetschben,
Und wöll'n s' oan' halt'n, 's leid't oan'n nöt,
Eing'setzt muaß sein und g'fahr'n; bein Bergel,
Da taucht ma an, daß 's g'schwinda geht.

Is 's nacha z' seg'n dös gold'ne Spitzel
Vo Kirchaturm dahoam, dö Freud'!
Und keman d' Häuser kloanweis füra,
Wia wird da 's Herz zwoamal so weit.

Und wann s' oan so entgegenkeman
D' ganz' Freundschaft und all's winkt und grüaßt,
Laut lacha möcht' oan's glei vor Freud'n,
Wann's da vor Freud' nöt woana müaßt.

Ja, ja! Und siacht ma in sein'n Stübel
Dö Bilder grüaßen von dö Wänd',
D' alt' Ofabank und d' Schlaguhr drob'nat,
Da reibt ma si wohl froh dö Händ'.

Und wann s' oan nacha alle ausfrag'n,
Der Vater, d' Muater, Göd und Moam:
"Wo g'fallt's dir denn am besten, red' iatzt?"
Wart't koaner lang, sagt g'schwind — "dahoam."

A kloana Wunsch

I hätt' a ganz a kloan's Verlanga,
Wißt's, was i möcht'?
Is eng dö Zeit guat iatzt verganga,
Dös war ma recht! —